LR pixel

Prototyp mit beam-Technik am Fraunhofer-Stand auf der InnoTrans in Berlin

Berlin/Altenstadt (jm). Für die beam GmbH mit Sitz in Altenstadt (Landkreis Neu-Ulm) ist die InnoTrans 2022 eine ganz besondere Messe, denn der Spezialist für Dampfsaugsysteme ist nicht nur mit einem eigenen Stand (Nr. 125) in Halle 6 vertreten: beam-Know-how sehen die Besucherinnen und Besucher vielmehr auch am Fraunhofer-Messestand (Halle 23, Stand 240) und im Ideenzug der S-Bahn Hamburg (Freigelände T11, 60). Das Familienunternehmen beam war als assoziierter Projektpartner im Rahmen des Programms „Fraunhofer vs. Corona“ an der Entwicklung eines mobilen Reinigungs- und Desinfektionsroboters beteiligt. Der unter der Verantwortung des Fraunhofer IFAM in Stade entwickelte Prototyp wird nun auf der InnoTrans der Fachöffentlichkeit vorgestellt und ist am Fraunhofer-Stand live in Aktion zu sehen.

Basis für die Entwicklung war folgende Frage: „Welchen Beitrag kann mobile Robotik in öffentlichen Verkehrsmitteln und Gebäuden bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie leisten?“ Insgesamt beteiligten sich zwölf Institute und Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft im Forschungsprojekt „Mobile Desinfektion“ („MobDi“) im Rahmen des Förderprogramms „Fraunhofer vs. Corona“ mit dem Ziel, innerhalb kürzester Zeit Roboter und Reinigungs- beziehungsweise Desinfektionswerkzeuge zu entwickeln, deren Wirksamkeit zu untersuchen sowie wirtschaftliche Aspekte in diesem Zusammenhang zu betrachten.

„Toll, dass wir die Expertinnen und Experten für Automatisierung und Produktionstechnik in Stade unterstützen konnten, schließlich ist das Fraunhofer IFAM eine der bedeutendsten unabhängigen Forschungseinrichtungen auf den Gebieten Klebtechnik und Oberflächen sowie Formgebung und Funktionswerkstoffe. Das Forschungsprojekt ist absolut gelungen und gibt einen Hinweis darauf, was künftig in der Automatisierung der Verkehrsmittelreinigung alles möglich sein wird“, erklärt Robert Wiedemann, der geschäftsführende Gesellschafter der beam GmbH.

Autonomes Reinigen im ÖPV

Der vom Fraunhofer IFAM und seinen Projektpartnern gemeinsam entwickelte mobile Reinigungs- und Desinfektionsroboter ist eine prototypische mobile Roboterplattform, die samt Leichtbauroboter und Dampfreiniger in der Lage ist, Oberflächen von Objekten in Fahrzeugen des öffentlichen Personenverkehrs (ÖPV) mit konstanter Qualität umweltschonend zu reinigen und zu desinfizieren.

So funktioniert‘s: Der in den Fahrzeugen autonom navigierende Roboter arbeitet dabei mit heißem Trockendampf. Dieser löst Verschmutzungen und Krankheitserreger – wie Viren und Bakterien – mit deutlich verringertem Wasserverbrauch und ohne chemische Reinigungszusätze. Eine in die Bürstendüse integrierte Absaugung entfernt den abgelösten Schmutz sofort. Der mittels Kamera über eine Objekterkennung verfügende Leichtbauroboter führt dabei die Reinigungsdüse von beam automatisch über die zu reinigenden Oberflächen. Akkus versorgen die gesamte Robotik inklusive Steuerung mit Energie. Anstehende Entwicklungen sollen zukünftig auch die mobile Versorgung des Dampfsaugers gewährleisten.

„Mit dem mobilen Serviceroboter konnten wir in der Validierungsumgebung unseres assoziierten Projektpartners S-Bahn Hamburg erfolgreich zeigen, dass sich sowohl Fensterscheiben als auch Sitzbänke in einem Zugwaggon vollautomatisiert reinigen lassen. Mit der aktuellen Konfiguration und minimalen Anpassungen ließen sich Hochrechnungen zufolge die Fenster und Sitzbänke eines gesamten S-Bahn-Zugs reinigen, ohne Frischwasser nachfüllen oder die Akkus des Systems aufladen zu müssen“, erklärt Projektleiter Björn Reichel vom Fraunhofer IFAM in Stade.

Der vom Fraunhofer IFAM und seinen Projektpartnern wie beam entwickelte Roboter mit einem Gesamtgewicht von 330 kg besteht im Wesentlichen aus einer mobilen Plattform, (Automated Guided Vehicle; AGV), einem Aufbau für Peripheriekomponenten sowie einem Leichtbauroboter inklusive eines eigens entwickelten Werkzeugs für die Dampfreinigung. Direkt am Roboterflansch befindet sich eine Kamera mit zusätzlicher Tiefeninformation zur Objekterkennung und Referenzierung. Vier am Aufbau angebrachte elektrische Zylinder mit abschließenden Schwerlastrollen bilden eine Antriebsunterstützung, die das AGV befähigt, Spalte und kleinere Absätze eigenständig zu überwinden. Außerdem ist im hinteren Bereich des Roboters ein Industriesauger als Teil des Dampfreinigungssystems zur Absaugung gelöster Verunreinigungen angebracht und über einen Schlauch mit der Reinigungsdüse verbunden. Von der Rückwand des Systems führt ein Kabel zur externen Stromversorgung, die bei dieser Machbarkeitsstudie für das Betreiben des Dampfsaugers mit einer maximalen Leistung von 3500 W nötig war, um weitere Akkupacks im Aufbau zu vermeiden.

Mehr Infos:
Der mobile Reinigungsroboter im Infovideo auf YouTube
Zur Pressemitteilung beim Fraunhofer IFAM
Aktuelle Informationen zu beam im Internet

Bildunterschrift: Mobiler Reinigungs- und Desinfektionsroboter des Fraunhofer IFAM in Stade für Fahrzeuge des öffentlichen Personenverkehrs, hier in der S-Bahn Hamburg im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprojekts „MobDi“. Foto: Fraunhofer IFAM

Buttons zeigen
Buttons verbergen

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen