Wenn es mal nicht so rund läuft im Leben, dann sind die Betroffenen um jede Hilfe dankbar. Das gilt auch in der Wohnungswirtschaft. Im Forderungsmanagement setzt die Kreisbaugesellschaft Heidenheim GmbH mit Sitz in Giengen daher sehr stark auf soziale Kompetenz. Gabriele Grimm, die bei der Kreisbau für das Management von offenen Forderungen verantwortlich ist, hat jetzt die mehrmodulige Fortbildung zur zertifizierten Sozialberaterin der Wohnwirtschaft abgeschlossen.

Im Rahmen einer Seminarreihe des Europäischen Bildungszentrums der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (EBZ) und des Verbandes der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft (VdW) hat Grimm ihre Fähigkeiten im Sozial- und Forderungsmanagement weiter ausgebaut. Im Mittelpunkt der Fortbildung stand dabei immer die Vermeidung von Konflikten im Vorfeld, um Mietschulden abzubauen und drohende Räumungen zu verhindern. Auch das Thema Flüchtlingsintegration spielte eine große Rolle: Mit praktischen Tipps und Best-Practice-Beispielen wurden Wege aufgezeigt, das Asylrecht vor Ort erfolgreich umzusetzen. Weitere Themenfelder waren Nachbarschaftskonflikte, Quartiersmanagement, Mietschulden und Sozialrecht.

„Aus unserer jahrelangen Erfahrung wissen wir: Im Falle des Falles hilft es nichts, die Keule herauszuholen, denn bei einer Zwangsräumung droht den Betroffenen der totale Absturz. Wir kümmern uns vielmehr darum, wie wir unseren Mieterinnen und Mietern aus einer schwierigen Situation helfen können“, so Grimm. Bewährt hat sich bei der Kreisbau dabei unter anderem das Modell der so genannten „Berliner Räumung“, bei der die Schlüsselgewalt an die Kreisbau übergeht. „Wenn man plötzlich nicht mehr in die Wohnung kommt, kann man sich nicht mehr verkriechen, sondern muss mit uns reden. Das ist meist der erste Schritt für eine einvernehmliche Lösung“, weiß die Sozialberaterin.

Oft lösen Scheidung, Arbeitslosigkeit, Spiel- oder Alkoholsucht, Überschuldung, oder auch Krankheiten eine persönliche und dann meist auch finanzielle Krise aus, die für die Kreisbau zum Mietausfall führt. Wie wichtig es ist, eine Zwangsräumung zu verhindern, bestätigt auch Jacqueline Möller, Leiterin der Abteilung Haus- und Wohnungsbewirtschaftung bei der Kreisbau. „Wir stärken die Eigenverantwortung der Betroffenen und geben ihnen aktiv Hilfestellungen. Wenn es Unregelmäßigkeiten bei den Zahlungseingängen gibt, nehmen wir Kontakt auf und bieten unsere Hilfe an. Manchmal hilft es schon, wenn die Mieter die ausstehenden Beträge in Raten abstottern können“, so Jacqueline Möller.

Der messbare Erfolg macht die Verantwortlichen bei der Kreisbau stolz: „In den vergangenen zehn Jahren haben wir mehr als 100 Zwangsräumungen verhindern können“, erklärt Geschäftsführer Wilfried Haut. In über 60 % der Fälle konnte damit eine Räumung verhindert werden. Zum Vorteil für die Kreisbau, aber auch zum Vorteil für die Mieter. „Viele von ihnen haben dank unseres Engagements die Kurve rechtzeitig gekratzt und sich von uns, aber auch von anderen sozialen Einrichtungen helfen lassen“, erklärt Haut.

Die Suche nach einer gemeinsamen Lösung bindet viel Zeit und Engagement, doch in den meisten Fällen zahlt sich das für beide Seiten aus: „Die Unterstützung von Menschen auf der Schattenseite des Lebens ist manchmal mühsam und bedarf vieler kleiner Schritte“, weiß auch Gabriele Grimm. Doch wenn sich die ersten Erfolge einstellen, dann fällt bei den Betroffenen eine Mega-Last ab und viel Lebensfreude und neues Engagement kommen wieder zurück.

„Für die Kreisbau ist es seit Generationen von zentraler Bedeutung, für seine Mieterinnen und Mieter da zu sein. Zu dieser Verantwortung stehen wir natürlich auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten“, sagt Geschäftsführer Wilfried Haut. Der Kreisbau-Chef ist sichtlich stolz darauf, „dass wir es mit unserem engagierten Handeln immer wieder schaffen, Menschen vor der Obdachlosigkeit zu bewahren.“

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